Die weißen Socken von Frau Berchta, ein weiteres Gesicht der Schneekönigin

Blaue Socken für den Winter

In der Dezembersaison greifen wir gerne zu festlichen Socken. Weihnachtsmann, Rentiere und Schneemänner sorgen für die richtige Weihnachtsstimmung. Doch der Winter gehört nicht nur zu verrückten Mustern, sondern auch zu gedecktem Weiß und kühlem Blau. Es sind diese Farben, die unter anderem an Schnee, Frost und eine Berglandschaft erinnern. Deshalb geht es heute um weiße Socken und blaue Socken und damit um die Geschichte einer etwas in Vergessenheit geratenen Heldin der Weihnachtsfolklore. Höchstwahrscheinlich ist Frau Berchta von der nordischen Frigg abgeleitet, nach der der Freitag benannt wurde. Der Sage nach war Frigg die Frau von Odin und die Stiefmutter von Thor. Die Göttin war unter anderem für die Pflege der Ehe, der Familie und des Hauses zuständig. Außerdem galt sie als die Göttin des Regens. Die Mythologie erzählt, dass Frigg und ihre Gefährten Wolken webten, die sie dann am Himmel platzierte. Damit war sie die Herrscherin über das Wetter. Mit dieser Göttin war nicht zu spaßen, denn je nach ihrer Laune konnte sie einen Sturm über die Menschen schicken oder ihnen einen wunderschönen wolkenlosen Himmel bescheren.

Alpengöttin

Besonders in den Alpenregionen wurde Frigg oft mit Frau Berchta, auch Spinnstubenfrau genannt, gleichgesetzt. Wie ihr Vorbild war auch Frau Berchta in der Weberei tätig. Man sagte, die Göttin wohne in den Alpen und es hänge von ihrem Wohlwollen ab, ob müde Reisende nach Hause gelangten oder in ein plötzliches Unwetter gerieten. Berchta wurde als eine Frau mit zwei Gesichtern dargestellt. Wenn sie gütig war, beeindruckte sie durch ihre ungewöhnliche Schönheit. Normalerweise hatte sie leuchtende Augen von der Farbe des Eises und ein Kleid, das aus Federn gewebt war. Berchtas zweites Gesicht ähnelte eher dem einer Märchenhexe, der niemand auf seinem Weg begegnen wollte. Wie Frigg beherrschte sie nicht nur das Wetter, sondern war auch die Beschützerin der Familien und des heimischen Herdes. Im Winter feierten die Bewohner der Alpendörfer Raunächte. Dies war die Zeit zwischen Weihnachten und Dreikönig. Man glaubte, dass in den zwölf Nächten die Welten der Menschen und der Toten miteinander verschmolzen wurden. In dieser Zeit besuchte Frau Berchta die Häuser und sah nach, wie es den Bewohnern ging. Die Göttin belohnte diejenigen, die ihr Haus in Ordnung hielten, während sie den anderen unangenehme Beschwerden wie Albträume schickte.

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